Freitag, 3. März 2017

Diabolic - Vom Zorn Geküsst - S.J. Kincaid

Infos zum Buch 
Titel:Diabolic - Vom Zorn geküsst 
Originaltitel:The Diabolic
Autor:S.J. Kincaid 
Verlag:Arena 
ISBN: 978-3-401-60259-2
Seitenzahl:488
Zum Buch


Inhalt: Nemesis ist kein normaler Mensch. 
Sie ist eine Diabolic, eine Tötungsmaschine, eine genetisch modifizierte Mutation, die zum töten und beschützen erschaffen wurde. 
Diabolic's sind weit verbreitet in den gehobenen Familien des Imperiums und deshalb zieht Nemesis zur unschuldigen Sedonia. Ihr Job ist es nun das Kind zu beschützen, doch dann verabschiedet der grausame Kaiser ein Gesetz, dass Diabolic's ab nun an verboten sind.
Und das ist noch nicht genug Ärger, denn Sedonia's Vater steht im Kreuzfeuer der Heliosphäre, weil er an die Naturwissenschaften glaubt und nicht an den Stillstand der Entwicklung, doch dies ist Hochverrat gegen den Kaiser.
Aus diesem Grund soll seine Tochter Sedonia, die nun eine junge Frau geworden ist in die Heliosphäre reisen.
Doch anstelle von Ihr geht die tot geglaubte Diabolic Nemesis an den Kaiserhof und gibt sich als Sedonia aus und löst damit eine Reihe von Ereignissen aus...


Das Cover: Das Cover ist eine silbrig-schimmernde Hülle, auf der man eine junge Frau erkennen kann. Dabei herausstechend ist das blaue Auge und die Haut, die aussieht, als wäre sie von einer Art Feder überzogen.Es könnten aber auch die Schuppen eines Drachens sein oder ein indisches Muster. 

Das Cover sagt nicht wirklich die Geschichte voraus. Die Beschreibung von Nemesis ist eigentlich sehr bleich und recht unscheinbar. 
Im Vergleich mit dem Originalcover ist es nicht schlechter oder besser, denn die beiden sind sich im punkto aussage recht ähnlich.

Auf dem englischen Cover kann man einen Schmetterling sehen, dessen untere Flügel aus Klingen gearbeitet sind. Der Oberkörper des Schmetterlings ist damit natürlich und der Unterkörper mechanisch. Man könnte dabei an eine Cyborg-Geschiche denken, jedoch hat dies auch nicht wirklich etwas mit der Geschichte zu tun. Auch, wenn Nemesis als gefühlskalt und ohne Mitgefühl beschrieben wird, ist sie nicht mechanisch.


Der Schreibstil: S.J. Kincaid hat einen sehr angenehmen Schreibstil aber auch einen Wortschatz, der nicht immer einfach ist. Das liegt daran, dass man Begriffe, wie Matriarchin nicht jeden Tag in Gebrauch hat.
Ich hatte am Anfang ein paar Probleme, die sich mit der Zeit gegeben haben.
Es machte mir sogar richtig Spaß, die neuen Worte öfter zu lesen, da ich mir sie deswegen gemerkt habe. 


Die Geschichte: Ja die Geschichte war durchaus anderes als so manch anderes Jugendbuch. Es hat mich am Anfang ein wenig an BETA erinnert, dies wurde aber bald weggewischt durch die Gewalt, die man in diesem Buch vorfindet.
Letztens las ich eine Rezension (leider weiß ich nicht mehr von wem) in, der gesagt wurde, dass im Buch die Menschen sterben würden, wie die Fliegen.
Meiner Meinung ist das nicht so. 
Ja es gibt Tote, aber es ist nicht Game of Thrones, wo gefühlt alle 2 Minuten jemand stirbt.

Zudem ist die Geschichte auch von den Themen sehr erwachsen. 
Es kommen Drogen, Vergewaltigungen und Hinrichtungen vor, die teilweise sehr detailliert beschrieben werden. 
Darum würde ich dieses Buch niemanden unter 15 Jahren ans Herz legen.

Ich bin nicht jemand, der wegen solch einem Inhalt aufspringt und sich empört, denn es gehört leider zum Leben und auch im Leben eines Buchcharakters dazu. 
Es sind nicht alle eine Bella Swan, die einmal kurz Angst vor den Volturi haben muss, denn der Kaiser in diesem Buch ist blutrünstiger, als President Snow aus der Panem Trilogie.

Die Entwicklung, die Nemesis durchmacht ist beachtenswert. Aber auch das drumherum ist nicht zu verachten. Das Volk der Heliossphäre erinnert einen öfter an die Kapitol-Bewohner von Panem.
Ich habe aber das Gefühl in diesem Universum gibt es mehr Leute, die den momentanen Liebling des Hofes in den Hintern kriechen, um damit ein wenig Aufmerksamkeit beim Adel zu bekommen.

Wie ihr seht, ist diese Geschichte nicht wirklich einfach zu erklären, denn hier gibt es eine Monarchie, wenn nicht sogar eine totalitäre Monarchie bzw. könnte man den Kaiser auch als Diktator ansehen.
Es gibt eine besondere Gesellschaftsstruktur, die nicht wirklich einfach ist.


Meine Meinung: Ich habe mir Zeit gelassen mit diesem Buch, habe dies aber nicht bereut, denn so konnte ich die ganze Geschichte in mich einsaugen und genießen.
Das Buch ist anders, aber deswegen auch besonders. 
Ich mochte den Schreibstil und Nemesis als Charakter sehr gern.
Sie ist nicht das liebe Mädchen von nebenan aber auch nicht eine Katniss Everdeen.
Nemesis ist eine Kämpferin, die darauf gepolt wurde und sie schreckt nicht davor zurück jemanden wehzutun, der Sedonia etwas Böses will. 
Besonders diesen Beschützerinstinkt fand ich besonders interessant und bewundernswert.
Das Cover fand ich nicht 100 % passend, aber es war auch nicht abgrundtief schlecht.
Die Details gefallen mir sehr.
Die gesamte Gesellschaftsstruktur war auch sehr gut beschrieben und erinnerte mich an manche Gesellschaften unserer Zeit.
Alles im allen gefiel mir das Buch, aber kennt Ihr das, wenn Ihr ein Buch liest oder einen Film seht und Ihr Euch zunächst nicht sicher seid, ob es euch gefällt? 
Genauso ging es mir bei diesem Buch. Das Ende war spektakulär aber leider auch vorhersehbar.
Ich hatte keinen WOW Moment (Erinnert mich ein wenig an das ende vom Film Passanger oder vom Spiel Resident Evil 7)  trotzdem war es ein gutes Ende.
Die letzten paar Seiten vom Buch erinnerten mich an den Prolog eines guten Films. 

Fazit: Ein lesenswertes Buch, dass man aber auch kritisch sehen sollte.
Nichts für jüngere Leser, aber dafür ist es wert zu warten. 
Es ist erwachsener als viele Jugendbücher aber genau, dass hat mir gefallen. 

🌟🌟🌟🌟 von 🌟🌟🌟🌟🌟